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Welches GPS-Gerät ist denn nun das richtige?

Ich werde öfter gefragt, welches GPS-Gerät denn nun das richtige für verschiedene Aktivitäten ist. Klassische Antwort: kommt drauf an ;-)

GPS-Systeme dringen in immer weitere Bereiche des Alltags vor: fast jedes Auto hat inzwischen ein Navi, fast jedes Mobiltelefon besitzt einen GPS-Emfänger und gerade Geräte wie das iPhone oder die Androids nutzen exzessiv die Möglichkeiten zur Geolokalisierung.

Man kann inzwischen seine Photos auf Weltkarten darstellen (geotagging), Wanderungen und sportliche Aktivitäten aufzeichnen (tracking) oder sich auf Schatzsuche begeben (geocaching).

Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass es die eierlegende Wollmilchsau in diesem Zusammenhang nicht gibt. Kein Gerät ist in der Lage, den speziellen Bedürfnissen mehrerer Zielgruppen gerecht zu werden!

Nehmen wir das iPhone: der Akku ist unstrittig schwach und reicht so grade für vier Stunden tracking – eine durchschnittliche Alpenwanderung ist damit nicht zu erledigen, geschweige eine mehrtägige Tour wenn man auf Solarpads usw. verzichten will.
Und welcher ambitionierte Jogger schnallt sich ernsthaft ein iPhone um den Arm? Viel zu schwer und zu ungenau im Wald, was übrigens auch für andere Handys gilt. Abgesehen davon sind die Programme wie Tracks oder der Nokia Sports Tracker dann auch noch Spezialfälle.

Ach, der ambitionierte Jogger: der kann sich natürlich mit einem “normalen” GPS-Logger behelfen – die Akkulaufzeit ist mit rd. 16 Stunden prima und die Dinger sind so gross wie eine Streichholzschachtel. Aber wohin damit? Die Hersteller empfehlen durchgängig, dass die Geräte freie Sicht haben sollten. Meine eigene Erfahrung bestätigt das: in der Jacken- oder Hosentasche ist der Empfang sehr schlecht. Und dann muss man hinterher noch den Track mit den Daten der Pulsuhr angleichen… warum dann nicht gleich eine GPS-Pulsuhr? Die sind speziell für den Betrieb am Handgelenk ausgelegt, haben entsprechende Akkuleistungen, prima Empfang  und vereinen eben zwei Geräte in einem. Dafür kosten sie aber auch etwas mehr – Tendenz fallend!

GPS-Logger haben aber wiederum ihre Daseinsberechtigung für (Hobby-)Fotografen: noch gibt es keine brauchbaren Auf-/Zusätze für Kameras, die zuverlässig und unproblematisch geotaggen können. Da ist ein GPS-Logger im Deckelfach des Rucksacks besser. Die mitgelieferten Programme ermöglichen meistens schon beim Einlesen der Tracks ein völlig problemloses geotaggen der Bilder.
Für Wanderer sind die kleinen GPS-Logger übrigens auch zu empfehlen – solange es ausreichend ist, im Nachhinein die Strecke nachzuvollziehen oder zu archivieren. Wer aber während der Wanderung Informationen über Höhe, Himmelsrichtung usw. benötigt und dazu vielleicht noch eine georeferenzierte Wanderkarte hinterlegen möchte, der kommt um ein Spezialgerät nicht herum.

Spezialgerät GPS-Empfänger: die neue Trendsportart “Geochaching” lässt sich mit diesen Geräten (ambitioniert) natürlich besser ausüben als mit einem iPhone oder Handy oder gar der Kombination Bluetooth-GPS-Logger & Handy: in der Pampa, also da wo die Chaches meistens rumliegen, gibts kein Internet, was einem die Karte auf´s Display bringt. Es gibt zwar Lösungen, sich von OpenStreetMap Bereiche aufs Handy/iPhone für den Offline-Gebrauch zu speichern, aber auch das hat Grenzen. Besser hier: ein GPS-Empfänger mit dazu gekaufter/gelieferter Karte 1:50.000.

Die Navigation mit dem iPhone ist eine Sache für sich… da kauft man teure Software und eine noch teurere Autohalterung, die dem iPhone erst einen brauchbaren Empfang ermöglicht um letztlich nur den Abklatsch eines durchschnittlichen Navis vom Discounter zu haben. Gelegenheitsnavigierer kommen mit dem iPhone (oder ähnlichen Smartphones) sicher prima zurecht. Wer aber viel navigieren muss, wie z.B. der Lieferdienst meines Pizzaservices, der fährt mit der Speziallösung besser und meist auch billiger.

Dafür ist das iPhone als Reisebegleiter in einer fremden Stadt bestens geeignet, mit ein wenig Software wird es sogar zum unschlagbaren Reiseführer: es “weiss” dank GPS, wo man sich gerade befindet und kann mit der passenden App in der Nähe befindliche Sehenswürdigkeiten anzeigen und dazu Informationen liefern.

Achso: was für das iPhone gilt, wird hinsichtlich des Funktionsumfanges für jedes GPS-fähige Mobiltelefon gelten. Alle Firmen haben erkannt, dass “geolocation based services” der nächste Trend sind, mit dem sich auch Geld verdienen lässt.

Man könnte das noch lange so weiterführen, am Ende steht immer: wer etwas ambitioniert betreiben will, sollte sich ein Spezialgerät zulegen. Einsteiger fahren mit einem GPS-Logger anfangs am besten oder versuchen mit dem klarzukommen, was gerade vorhanden ist – bis klar wird, wohin der eigene GPS-Zug eigentlich fährt.

Und ich: GPS-Logger für alle Fälle und Fotos/Wanderungen, Puls-GPS-Uhr, iPhone mit Navi-Software… die Mischung machts ;-)

Ein paar Bilder:

GPS-Logger

GPS-Logger

GPS-Pulsuhr

GPS-Pulsuhr

GPS-Empfänger

GPS-Empfänger

iPhone mit Navisgationssoftware

iPhone mit Navisgationssoftware

Bildquellen: Flickr

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  1. 18. Dezember 2009, 08:23 | #1

    Schöner Artikel!

    Ich benutze für alles ein Garmin GPSMAP 60 CSx, aber ich habe auch die Anforderung “Joggen” nicht. Als Karten (auch für das Routing) kommen die Karten von OpenStreetMap zum Einsatz.

    “Alles” heisst bei mir:
    - Autonavigation
    - Geotagging
    - Geocaching
    - GPS-Logger (für Wanderungen)

  2. 18. Dezember 2009, 11:00 | #2

    GPS-Logger haben aber wiederum ihre Daseinsberechtigung für (Hobby-)Fotografen: noch gibt es keine brauchbaren Auf-/Zusätze für Kameras, die zuverlässig und unproblematisch geotaggen können. Da ist ein GPS-Logger im Deckelfach des Rucksacks besser.

    Natürlich gibt es brauchbare GPS-Aufsätze. Auch für Hobby-Fotografen. Nur sind leider die meisten Kameras nicht GPS-fähig. Nur Nikon prischt voran D5000, D90 und alles neue Aufwärts (D300-700, D2x -3s) sind alle Geotagging fähig.

    Dazu gibt es das einfache Nikon GP-1 oder Geräte wie den Solmeta Geotagger Pro mit Kompass und elektronischer Wasserwaage oder den Dawntech Mini 3L mit Direktstartfunktion und zusätzlichem Tracklogger …

    Bei Canon gibt es nur Lösungen im Hochpreis-Segment und alle anderen Pennen derzeit …

    http://www.fotografr.de/category/fototechnik/geotagging/ bietet eine gute Zusammenfassung was man mit Geotagging wirklich anstellen kann …

  3. 18. Dezember 2009, 11:46 | #3

    @seb: kenn mich nur bei Canon aus – und da ist es wirklich störend, dass die Dinger zwar auf dem Blitzschuh sitzen (und damit in keine normale Tasche mehr passen) aber hinterher doch noch mit den Bildern synchronisiert werden müssen.
    Dazu der Preis – da fährt man mit nem “normalen” Logger besser ;-)

    Mich wundert wirklich, dass die Kamerahersteller trotz der Durchdringung mit GPS-Geräten es nicht schaffen, ein Modul einzubauen, dass direkt die Position in die EXIF-Tags schreibt…

  4. 18. Dezember 2009, 11:53 | #4

    @Dirk: lädtst Du die OSM-Karten auch auf das Garmin? Zufrieden mit der “Güte” der OSM?
    Hier im Ballungszentrum bevorzuge ich auch OSM, aber in der Pampa (Schwarzwald, Alpen) sind Papierkarten besser *grins*

  5. 18. Dezember 2009, 12:23 | #5

    @ Stephan:

    Auch für Canon gibt es einen direkt in die EXIF schreibenden Geotagger: Dawntech di-GPS USB

    Aber die Hürde ist recht hoch den nur folgende Kamera-WFT-Kombinationen werden unterstützt:
    Kameramodell benötigter WFT
    Canon EOS 5D Mark II WFT-E4
    Canon EOS 40D WFT-E3
    Canon EOS 50D WFT-E3
    Canon EOS 1D Mark III WFT-E2
    Canon EOS 1Ds Mark III WFT-E2

    Dabei wird die USB-Buchse des Wirelesstransmitter als GPS-Schnittstelle verwendet. Ziemlich dämlich von Canon :(

    Der Geotagger muss dann keineswegs auf dem Blitzschuh sein. Kann auch am Gurt befestigt werden …

  6. 18. Dezember 2009, 12:33 | #6

    Oh, die Diskussion ist schon alt … Nikon P6000 und Samsung ST1000 zeigen warum es -noch- nicht gemacht wird.

    => Stromverbrauch der GPS-Chips
    => noch zu schnelle Entwicklung der GPS-Empfänger
    => Problematische Platzierung der Antenne im Gehäuse (Größe/Abschirmung/…)

    Darum sind die externen Geotagger wie bei Nikon optimal … und besonders bei Spiegelreflexkameras soll die Anschaffung des Gehäuses langfristig was Wert sein.

    Externe Module wie Solmeta Geotagger oder Dawntech Geoatagger:
    - Können unabhängig vom Kamerastatus an- oder ausgeschaltet werden (Stromverbrauch, so hält der Akku einer Nikon D90 auch mal 2-3 Tage mit GPS)
    - bekommen ständig noch neue Funktionen wie Indoor-Funktion, Kompass, Direktstart, … und können aufgerüstet werden ohne die Kamera austauschen zu müssen
    - …

    DIe Tabelle http://gps-camera.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=84:foto-gps-funktionsmatrix zeigt, was in den Dingern mittlerweile drin steckt …

    In der Praxis merkt man das “warum”. Aber dennoch bin ich so überzeugt, dass es kommen wird …

  7. 18. Dezember 2009, 12:42 | #7

    @Stephan: Ich habe ausschliesslich die OpenStreetMap-Karten auf dem Garmin und bin sehr zufrieden damit. Es gibt zwar noch Flecken, die nicht 100% abgedeckt sind, aber das ist für mich nicht so wichtig.

    Es ist diese “Karte hier” .

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