The Onion Router – TOR

tor-logoWenn man sich die aktuelle Berichterstattung aus dem Iran so ansieht, dann hoffen wohl die meisten wie ich auch, dass sich dort alles im Sinne der Reformer zum Guten wendet. Noch ein Pulverfass in der Region wäre wohl zuviel des “Guten”…

Als EDV-Fuzzi interessiert mich allerdings auch, wie die Jungs und Mädels dort es schaffen, an der Zensur vorbei ihre Tweets, Fotos und Filme ins Web zu stellen.

Mir ist da als erstes (und zugegebenermaßen einziges) Mittel das TOR-Projekt eingefallen. TOR (The Onion Router) ist eine Software, die lokale Internetanfragen abfängt und über ein Netz verschiedener teilnehmender Knoten leitet, so dass bei der Zieladresse der Ursprung der Anfrage nicht mehr erkennbar ist. Genauer erklärt ist das hier.

Auf der Projektseite findet sich auch eine interessante Zusammenstellung der Zielgruppen: normale Internetnutzer, Mititärs, Journalisten, Aktivisten & Informanten, Prominente, Geschäftsleute und Blogger.

Ich habe aus den Anfangszeiten TOR nur als recht komplizierte Kombination verschiedener Programme und Dienste in Erinnerung. Umso überraschter war ich, dass es mittlerweile TOR quasi als USB-Version für Windows zum Download gibt. Installationspakete für Mac OS X und verschiedene Linuxe gibt es auch.

Ich habe mir mal “gschwind” die aktuelle Version für Windows auf einen USB-Stick kopiert und bin überrascht, wie komfortabel das inzwischen ist. Eine EXE-Datei, die alles weitere erledigt und danach einen vorkonfigurierten Firefox-portable startet. Die Geschwindigkeit hat sich allerdings nicht deutlich verbessert: durch die Zwischenschaltung vieler Server ist TOR naturgemäß träge.

Pro: man kann für Firmennetzwerke Proxies eintragen und den gesamten Verkehr mit dieser Einstellung über bestimmte Ports durch die Firewall schleusen.

Natürlich kann die Verschleierung der Quell-IP nicht die üblichen Sicherheitsmaßnahmen bzgl. Cookies, Javascript etc. ersetzen. Mehr dazu hier.

Man sollte das Projekt unterstützen und den eigenen Rechner oder eine virtuelle Maschine vielleicht als Node teilnehmen lassen. Weiss ein geneigter Leser, wie da in D die Rechtslage ist?

Screenshots:

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