Backup? Klar: Bandroboter mit dazugehörigem Server unter Tivoli.
Dazu TDP (Tivoli Data Protection) für MS-SQL, Oracle, Notes. Und natürlich stehen Bandroboter und Server in einem anderen Gebäudeteil mit mehreren Brandschutzabschnitten dazwischen.
Ok, für daheim ist das weder räumlich noch finanziell leistbar, aber auch bei Privatleuten wird die Sicherung der digitalen Daten immer wichtiger: Dokumente, Fotos, Musik, Filme.
Ich möchte im Folgenden meine Lösung dazu vorstellen. Dazu werden im Rechner zwei Festplatten benötigt und noch eine externe USB-Festplatte - bei heutigen Preisen kein Problem! Ich bevorzuge Festplatten gegenüber DVDs/CDs wegen der Geschwindigkeit und der Kapazität. Wenn man sich für ein “digitales Leben” entschieden hat, dann muss man sich auch der Konsequenz stellen, seine Daten ständig umzukopieren, zu migrieren, zu konvertieren…
Was will man nun verhindern/retten?
Zunächst den Plattencrash: dazu sollte man den Grundsatz verinnerlichen, Daten und Programme zu trennen. D.h., dass die “Eigenen Dateien” usw. auf einer zweiten Festplatte zu liegen haben. Ebenso alle Datenverzeichnisse von wichtigen Programmen (Thunderbird, Outlook). Ein Rechtsklick auf das Desktopsymbol “Eigene Dateien” reicht, um das Verzeichnis zu verschieben. Linux-Usern muss ich in der Hinsicht ja eh nix erzählen ![]()
Gleichzeitig kopiert man in regelmässigen Abständen die Datenplatte (=2. Festplatte) auf eine Sicherungspartition der ersten Festplatte. Dazu gibts so elegante und v.a. schnelle Werkzeuge wie robocopy (Windows, kostenlos von Micro$oft) oder rsync (Linux/Mac).
So können beide Platten crashen und die Daten sind nicht verloren.
Charmant macht diese Lösung im Gegensatz zu “richtigen” Backupprogrammen, man nicht erst das Backupprogramm bemühen oder - nach einem Crash - gar installieren muss, um an die gesicherten Daten zu kommen. Auch bei einem Umzug in einen anderen Rechner hängt man dort einfach die Datenplatte rein und ist glücklich.
Bei Notebooks und Macs geht das natürlich nicht, die steigen weiter unten mit einer externen Platte ein oder hantieren mit zwei externen Platten.
Ausserdem gilt es, im Falle eines Systemcrashs das Betriebssystem wiederherzustellen. Dazu erzeuge ich in unregelmässigen Abständen mit einer Boot-CD (Knoppix, BartPE oder VistaPE) und einem passenden Imageprogramm Images der Systeme, die dann auf der zweiten Platte gespeichert werden.
Man muss man sich auch die Frage stellen, was bei z.B. einem Einbruch oder Brand passiert. Abgesehen davon, dass ein evtl. Einbrecher unsere persönlichen Daten hat (was ein ganz anderes Thema ist, Stichwort Verschlüsselung) - wie bekommen wir die wieder?
Dazu kopiere ich regelmässig via robocopy oder rsync (s.o) meine Datenpartition auf eine USB-Platte. Die kann man jetzt im Wald verstecken, bei Muttern ins Eisfach legen oder an den Arbeitsplatz mitnehmen. Die Policies der meisten Unternehmen untersagen zar, USB-Platten an die Geschäftsrechner anzuschliessen, aber in der privaten Schublade deponieren darf man die Platten i.d.R. schon.Bei solchen Konstellationen bietet sich übrigens USB-Laufwerksmanagement an.
Beispiel eines Robocopy-Scripts:
robocopy d:\ h:\ /mir /xd “D:\System Volume Information” “D:\Recycled”
Auf deutsch:
robocopy von d: (datenpartition) nach h: (Sicherungspartition erste Platte) als vollständige Kopie (/mir) ohne (/xd) die Verzeichnisse “D:\System Volume Information” und “D:\Recycled”
Wenn man sich jetzt diese Scripte als Batches auf den Desktop legt oder gar per Autostart.inf automatisch beim einstecken des USB-Laufwerks ausführen lässt, dann ist das ganze nicht nur sicher sondern auch sehr bequem. Durch die zeitversetzten Kopien der Daten auf der Sicherungspartition und der USB-Platte hat man auch so etwas wie ein “Generationenprinzip light”, kann also grobe Schnitzer (Löschungen usw.) noch rückgängig machen.
Update:
Vielleicht sollte ich noch kurz erwähnen, warum in dem Artikel keine RAIDs Beachtung finden.
Was im professionellen Umfeld natürlich erste Pflicht ist, kann einem im Heimumfeld schonmal das Genick brechen: “stirbt” ein (onboard-)Raid-Controller, dann kann nicht automatisch ein anderer Controller das RAID lesen. Manche Hersteller versprechen Kompatibilität, aber das kann man vorher schlecht ausprobieren. Und Softwareraids sind mir ja schon gar nicht geheuer!
Natürlich erschlägt man mit einem RAID-1 für die Systemplatte einen Plattencrash. Dummerweise muss man es dann aber auch bemerken! Denn das schöne am RAID 1 ist, dass es einfach mit einer Platte weiterläuft. Hat man keine Alarmsoftware vom Herstller installiert oder wirft einen regelmässigen Blick in die Ereignisanzeige, dann merkt man solange nichts, bis auch die zweite Platte aussteigt. Und dann wirds dunkel.
Stephan bloggt für sich und andere über IT, Musik, das Netz und was ihn sonst so bewegt.









Save to del.icio.us
Also mit einem rechtsklick auf das Desktop-Icon Eigene Dateien erreichst du doch gar nix
Um den Ordner Eigene Dateien zu verschieben brauchst du meines Wissens nach ein Spezial-Tool ala Tuneup.
Desweiteren ist bei Backups ja immer das Problem der Faulheit.
Heisst, man ist sich zwar bewusst, dass das Backup nützlich wär, aber ist zu faul, es regelmässig durchzuführen.
Daher finde ich die Lösung mit einem RAID 1 System besser
Na logo, schon oft gemacht… versuchs halt mal
RAID 1 ist eindeutig besser - aber wenn der Controller abraucht (bzw. das Board wenn es ein onboard ist) oder Hardwareumzug ansteht, dann kannste mit Pech das RAID auflösen und weg ist alles. Probiert nur keiner vorher aus…
Update: guckssu hier:
http://www.schieb.de/tipps/result.php?id=69827
[...] CDs auf meinem Notebook funktionieren. Blöderweise wollte ich grade Systemimages machen, wie hier [...]
[...] Jahr habe ich meine Backupstrategie für daheim vorgestellt. Die hat sich bewährt und muss auch nicht wesentlich geändert [...]